Ghana / Ewe

Das wirtschaftliche, religiöse und politische Leben der bäuerlichen Ewe ist geprägt von der Patrilineage. So lautet die Bezeichnung für die Sozialeinheit, deren Angehörige alle von einem gemeinsamen väterlichen Ahnen abstammen.

Das Oberhaupt verwaltet den Besitz, schlichtet Streitigkeiten und repräsentiert die Lineage in allen Angelegenheiten. Land und Wasserläufe sind gemeinsamer Besitz und werden für die Nachkommen gepflegt und erhalten. Oberstes Gebot ist gegenseitige Hilfeleistung, jeder muß seinen Beitrag für die Familie leisten. Die Ewe leben in Großfamilien zusammen. Ihre Häuser errichten sie meist aus Lehm, Holzstangen, Getreidestroh und Gräsern. Lehm ist billig und ermöglicht einen guten Temperaturausgleich: am Tag bleibt die Hitze, nachts die Kälte draußen. Neuerdings halten Wellblechdächer und das Zement des weißen Mannes Einzug. Die Temperaturverhältnisse werden dadurch nachteilig verändert.

Die Männer sind dazu verpflichtet, für den Unterhalt der Familie aufzukommen. Dennoch versorgen die Frauen die Märkte mit Stoffen, Töpferwaren und frischen Produkten, um finanziell zum Unterhalt der Familie beizutragen und um sich etwas Unabhängigkeit zu schaffen, da sie aufgrund der weitverbreiteten Vielweiberei oftmals sich selbst überlassen sind. Die Sicherstellung der Grundnahrung und Handwerk wie Spinnerei und Weberei gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben.





Ein Junge bereitet das Abendessen für seine Familie vor.






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